Lea - Sophie
- 5 Jahre alt
- Geboren am 7. August 2002
- Gestorben am 20. November 2007
- Schwerin, Lankow, Deutschland
Über ...
Über ihre Tragödie...
Die fünfjährige Lea-Sophie verdurstete und verhungerte im November 2007 qualvoll in Schwerin. Ihre Eltern mussten sich deswegen vor Gericht verantworten. Im August 2008 hat das Gericht die beiden Eltern zu 11 Jahren und 9 Monaten Hasft verurteilt.
Das fünfjährige Mädchen aus Schwerin war am 20. November 2007 gestorben, kurz nachdem es mit schwersten Mangelerscheinungen in eine Klinik gebracht worden war. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Lea-Sophie über mindestens zwei Monate nicht genug zu essen und zu trinken bekommen. Zum Schluss wog sie noch sieben Kilo, weniger als die Hälfte des Normalgewichts. Der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.
Lea-Sophie war nach Einschätzung des Kinderarztes, der im November erfolglos um das Leben des Mädchens kämpfte, nicht mehr zu retten. In seiner 30-jährigen Berufspraxis habe er ein so stark unterernährtes Kind noch nie erlebt, sagte der Mediziner als Zeuge vor Gericht. Das Kind sei völlig abgemagert und verschmutzt gewesen und habe „einen katastrophalen Anblick“ geboten. Die Versuche, es am Leben zu halten, seien vergebens gewesen. „Da war keine Energie mehr vorhanden.“ Auch der Notarzt, der Lea-Sophie noch in der Wohnung versorgte, hatte den Zustand des Kindes als „akut lebensbedrohlich“ eingeschätzt.
Ein Polizist, der zeitgleich mit dem Notarzt in der Wohnung eingetroffen war, schilderte den Zustand des Kindes als erschreckend. Lea-Sophie sei nicht ansprechbar, Augen und Wangen eingefallen gewesen. Das Zimmer von Lea-Sophie schilderte er als aufgeräumt, rosa und hell. „Es sah aus wie die Puppenstube für eine Prinzessin.“
Das zweite Kind der Familie, ein zwei Monate alter Junge, wurde in einer Pflegefamilie untergebracht. Das Jugendamt hatte seit 2006 mehrfach Hinweise auf Schwierigkeiten in der Familie bekommen und wiederholt Kontakt mit den Eltern gehabt, das Mädchen aber dabei nicht zu Gesicht bekommen.Unklar ist noch, ob das Jugendamt eine Mitschuld am Tod des Mädchens trägt. Es soll durch einen anonymen Hinweis von der Vernachlässigung des Kindes gewusst haben. Ein Nachbar sagte, zwei Mitarbeiter hätten die Familie Anfang November besucht und einen Blick in den Kinderwagen geworfen. In der Wohnung seien sie nicht gewesen.
In Lankow scheint kaum jemand die Familie gekannt zu haben. Die Eltern seien „immer viel unterwegs gewesen, oftmals auch tagsüber“, sagt eine Nachbarin. Lea-Sophie habe sie zuletzt im Sommer gesehen. Sie habe geglaubt, die Familie komme von Verwandten. Das Kind sei hinter den Eltern hergetrottet. „Bestimmt war es müde“, habe sie damals geglaubt. Auf dem Arm habe die Mutter einen kleinen Hund getragen.
Eine Nachbarin von gegenüber sagt, dass die Eltern „meist drei oder vier Mal am Tag“ mit dem Hund unterwegs gewesen seien. Einen Kinderwagen habe sie nie gesehen. Sie wusste gar nicht, dass die beiden Eltern seien. Gefreut habe sie sich, dass die beiden stets die Hinterlassenschaften des Tieres entsorgt hätten. Da habe der „Ärger mit den Nachbarn wegen des Tieres im Haus wohl geholfen“. Einmal will sie das Kind doch noch gesehen haben, im Sommer 2004. Es sei ihr damals so klein auf dem Arm des Vaters vorgekommen.
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Engel fliegen nie einsam...
Stephanie 20. August 2008