Über ...
Sein Leben
Hamburg -
Die Stimme des Nordens ist für immer verstummt. Kurt Emmerich ist tot. Der frühere Sportreporter des Norddeutschen Rundfunks starb in der Nacht zum 3. Februar nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. NDR-Intendant Jobst Plog über den Verstorbenen: "Emme, wie er von seinen Freunden gerufen wurde, kann ohne Übertreibung als Legende unter den Sportreportern bezeichnet werden. Seine unverkennbare Stimme war sein Markenzeichen, er war bekannt für seine Fairness, seine Vielseitigkeit und seine Begeisterungsfähigkeit."
Seit 1955 berichtete "Emme" für den NDR. Erst freiberuflich, dann von 1963 an als Redakteur. Er war Reporter bei unzähligen Bundesliga-Spielen, er berichtete über Handball-Weltmeisterschaften ebenso wie von Olympischen Spielen, Fußball-Welt- und Europameisterschaften, von Länderspielen und sogar vom Pferdesport. Auf den Trabrennbahnen von Hamburg, Gelsenkirchen, Berlin und München war er ein gerngesehener Gast, in Hamburg war er auch stets bei der Galopp-Rennwoche in Horn im Einsatz.
Kurt Emmerich, am 31. Januar 1930 in Hamburg geboren, war aber nicht nur ein Meister am Mikrofon, er war vor allem auch ein großartiger Mensch. Die, die ihn kennengelernt, diejenigen, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, würden niemals auch nur ein schlechtes Wort über ihren "Emme" verlieren. Er war stets freundlich, hilfsbereit, nie aufbrausend und laut. Trotz seiner Karriere, trotz seiner überaus großen Beliebtheit war Kurt Emmerich nie überheblich, das Wort Arroganz war ihm fremd.
Er konnte sich über die kleinste Kleinigkeit freuen, und er war sich niemals zu schade, etwas für die "Kleinen" zu tun. So setzte er sich auch oft mit größter Kraft für die Jugend ein; den Nachwuchs zu fördern, das war ihm ein großes Bedürfnis. Hamburgs Sport verliert in Kurt Emmerich einen seiner größten Förderer.
Aufgewachsen ist der Vater zweier Söhne in Wilhelmsburg. Sein Verein war an der Landesgrenze beheimatet, die traditionelle Viktoria. Schon früh begann Emmerich, über den Fußball in Wilhelmsburg und Harburg in "seiner" Wilhelmsburger Zeitung zu schreiben. "Emmes" größter Wunsch aber war es, Radio-Reporter zu werden. Und er beließ es nicht nur dabei, den Wunsch zu haben, er tat auch viel dafür, daß dieser Wunsch schließlich Realität wurde.
"Ich habe mich bei den Spielen des kleinen Fußballs in eine Ecke gestellt, in der ich ganz allein und unbeobachtet war. Und dann habe ich so getan, als würde ich genau dieses Spiel für das Radio übertragen. So habe ich jahrelang für mich geübt", berichtete Kurt Emmerich einmal über seinen beruflichen Werdegang. Als er davon überzeugt war, daß er als Reporter mit Mikrofon bestehen könnte, da faßte er den Mut, zum NDR zu gehen und sich zu bewerben. Er blieb beharrlich, und er hatte Erfolg. Über eine freie Mitarbeit wurde er zur "Stimme des Nordens", die Millionen von Sport-Fans erfreute und die zahlreiche Ehrungen erhielt.
Im Alter von 63 Jahren trat Kurt Emmerich in den Ruhestand. Nicht ganz allerdings. Als Pensionär wurde er für einige Jahre Pressesprecher des HSV. Seinen HSV, für den er Zeit seines Lebens schwärmte. Erst die schwere Krankheit konnte seinen beruflichen Tatendrang stoppen. Bis zuletzt allerdings trat Kurt Emmerich, der dann nach Winterhude umgezogen war, noch beim großen Hamburger Fußball-Hallenturnier in Alsterdorf als Sprecher auf, nur zu Beginn dieses Jahres mußte er passen. Eine schwere Rücken-Operation hatte ihn ans Bett gefesselt.
Deutschlands Sport hat mit dem Tode Kurt Emmerichs einen seiner größten Reporter verloren.
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My Memory
izzi 27. August 2008
Lebe wohl Kurt...