Über ...
Das Martyrium...
Es ist eine Szene wie aus einem Horrorfilm. Ein Mann geht zum Kühlschrank, öffnet die Tür, nimmt sich eine Flasche Bier. Er schlägt die Kühlschranktür wieder zu, schlurft ins Wohnzimmer, öffnet die Flasche, wirft sich in den Sessel, schaut Fernsehen und trinkt. Wochenlang. Vielleicht monatelang.
Es ist kein Film. Kevin, der zweijährige Sohn dieses Mannes, ist tot. Ist der Vater dafür verantwortlich? Ein Ermittlungsverfahren mit solchem Verdacht gegen ihn läuft. Der Vater schweigt zu allen Vorwürfen.
Einmal, nach dem Tod der Freundin, kam er in die Psychiatrie und sein Sohn in ein Heim, das Kinderheim Hermann Hildebrand, da schien Kevin gerettet. Er hatte Knochenbrüche an beiden Unterschenkeln und andere Spuren von Misshandlung. Er wog zu wenig, war verwahrlost, in einem furchtbaren Zustand. Nach neun Tagen holte der gerade aus der Psychiatrie entlassene Vater seinen misshandelten kleinen Sohn wieder ab, obwohl der Heimleiter dagegen war, aber so hatte es das Jugendamt entschieden. Da ging die Rettungsluke wieder zu.
Wie konnten sie das zulassen, dass er das Kind mitnahm?
Das Jugendamt übernahm nun die Vormundschaft für den Jungen, die Verantwortung. Dem Vater, dessen psychische Labilität man erkannte, wurde eine Tagesmutter zur Seite gestellt, Kevin sollte Frühförderung erhalten, doch zu beidem tauchte er von Juli an nicht mehr auf, und niemand sah nach, warum.
Es ist eine ungeheuerliche Geschichte, die sich in der Stadt Bremen zwischen dem Stadtteil Gröpelingen, dem Jugendamt und weiteren Stellen abspielte, und an ihrem schrecklichen Ende steht wie stets in solchen Fällen die Frage nach dem Warum. »Ein unverzeihliches Versagen der zuständigen Behörden«.
Wer hat Schuld? Der Arzt, der sich so vehement dafür einsetzte, das Kind beim Vater zu lassen? Der Sozialhelfer, man nennt ihn in Bremen Case-Manager, der sich einschüchtern ließ, gleich von zwei Seiten: von seinen Vorgesetzten, die ihm auferlegten, ja kein Geld zu verschwenden, und von Kevins Vater, dessen Gewalt er fürchtete? Der Bremer Senat, der am falschen Ende sparte? Die ganze Gesellschaft, die bereit ist, Geld für so vieles zu investieren, nur nicht für Kinder und deren Zukunft?
Das spielt aber jetzt auch keine Rolle mehr!!
Der kleine Kevin ist qualvoll von uns gegangen und niemand hat ihm geholfen...
Das ist nicht akzeptabel... So kann es nicht weiter gehen...
Kevin ich hoffe es geht dir jetzt besser...
Wir werden an dich denken!
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My Memory
topenga 8. September 2008
Kevin es tut mir Leid was dir zugestoßen ist!!
Hier möchte ich dir Gedenken und sicher gehen dass dich niemand vergisst!!
R. I. P.