Über ...
TV und Theaterlegende...
München - Der Schauspieler Hans Caninenberg ist am vergangenen Sonntag im Alter von 95 Jahren in Gräfelfing bei München gestorben. Das hat sein Sohn Andreas Caninenberg am Mittwoch der dpa in München bestätigt.
Als blendender Rhetoriker wurde Caninenberg schnell zum Charakter- und Heldendarsteller von Format. Auch wenn der gebürtige Duisburger sich im Alter auf der Bühne zunehmend rar gemacht hatte, blieben seine großen Erfolge vom Prinzen von Homburg über Mephisto bis zu Robespierre in "Dantons Tod" in der Fachwelt unvergessen. Durch seine Vorliebe besonders für die englische Literatur wurden vor allem Stücke von George Bernhard Shaw zeitweise zur Spezialität Caninenbergs und bescherten dem vielseitigen Darsteller glänzende Kritiken.
Im Fernsehen spielte er unter anderem in den Serien "Sandokan", "Der Kommissar", "Derrick" und "Der Alte" mit oder in dem dreiteiligen Krimi "Verräter" von 1967. Zu seinen bekanntesten Spielfilmen gehören "Die Akte Odessa", "Liselotte von der Pfalz", "Oh du lieber Fridolin", "Hotel Adlon" und "Menschen im Netz". Für die Rolle des Grafen Leicester wurde er 1962 als erster mit dem Großen Schauspielerpreis der Festspiele in Bad Hersfeld geehrt. Seine Heimatstadt Duisburg verlieh ihm die Mercatorplakette.
Mit seinem stets entschlossenen, ernsthaften Gesichtsausdruck repräsentierte der Schauspieler einen Typus, den man in den fünfziger Jahren noch "einen richtigen Mann" nannte.
Neben seiner schauspielerischen Arbeit betätigte sich Canineberg seit den achtziger Jahren verstärkt als Autor. Er schrieb unter anderem Theaterstücke und Essays. 1988 erschien der stark autobiografisch geprägte Roman "Ein unvergessener Traum", der von einem Schauspieler handelt, der von der Welt der Renaissance besessen ist und in Indien Meditationserfahrungen macht.Caninenberg war seit 1958 in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Lola Müthel verheiratet.
//
Zeigen Sie Ihren Freunden Ihre Widmung.
Geben Sie diesen Tribut zu Ihrem Facebook Profil hinzu.
My Memory
Frank 25. August 2008
Ein Leser Kommentar
Frank 25. August 2008
Hans Caninenberg hat uns über viele Jahrzehnte mit seinem großen Schauspielertalent beglückt. Als "großer Vater" (wie ihn sein Filmenkel in einer "Traumschiff"-Folge nannte) wird er uns in Erinnerung bleiben, ebenso wie als letztlich aufrichtiger Rentner in der"Derrick"-Folge "Eine Reihe von schönen Tagen" von 1988 (die gemäß Goethes Aphorismus nur schwer zu ertragen sind). Danke, Hans!
R. I. P.
Frank 25. August 2008